Cichorium intybus, Wegwarte

Die Wegwarte

 

Cichorium intybus

 

 

Sie war Blume des Jahres 2009, die wunderschöne blaue Wegwarte.

Wie ihr Name schon sagt, findet man sie (allerdings in letzter Zeit immer weniger) am Wegesrand. Dort leuchtet uns ihr betörendes Blau schon von weitem entgegen.

Am frühen Morgen öffnen sich ihre Blüten und schließen sich bereits am Nachmittag wieder.

 

Im Mittelalter wurde die Wurzel dieser Pflanze auch als Heilpflanze  unter anderem gegen Hautirritationen und Ekzeme  verwendet.  Mittlerweile findet man sie noch in der Bachblütentherapie.

 

Im 18. Jahrhundert wurde eine Unterart, Cichorium intybus yar. sativus, als Kaffeeersatz angebaut.

Die geröstete Rübe hat beim Aufbrühen einen kaffeeähnlichen Geschmack.

Muckefuck =  mocca faux (falscher Kaffee)

Es gibt noch mehrere Varianten, die in unserer Gemüseabteilung Einzug gefunden haben:

Radicchio, Endiviensalat, Chicorée und Zuckerhut. Ihnen allen ist eine mehr oder weniger starke Bitternote zu eigen.

Cichorium intybus

Die Wegwarte soll übrigens die blaue Blume der Romantik sein.

In Novalis Dichtung ‚Heinrich von Ofterdingen‘ soll es sich um die Wegwarte gehandelt haben in deren Blüte sich das Gesicht eines jungen Mädchen gezeigt hatte und den Protagonisten mit einer unstillbaren Sehnsucht erfüllte.

[…] Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die […] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte. Sein süßes Staunen wuchs mit der sonderbaren Verwandlung, als ihn plötzlich die Stimme seiner Mutter weckte […]

 

Aber auch noch viele andere Mythen und Sagen ranken sich um diese Pflanze.Hier ist eine der bekanntesten:

 

 

Die Geliebte eines jungen Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, wartete am Wegrand vor dem Stadttor mit ihren Hofdamen auf seine Rückkehr. Doch der untreue Ritter kam nicht mehr zurück. Auch als sie schon nicht mehr an eine Rückkehr des Ritters glaubten, weigerte sich das Burgfräulein, die Hoffnung aufzugeben. Und so konnte man diese kleine Gruppe noch lange Tag für Tag vor dem Stadttor warten sehen. Schließlich hatte der Himmel ein Einsehen. Das Burgfräulein wurde mit seinen Hofdamen in Blumen – Wegwarten – verwandelt, wobei die Hofdamen in blaue und die unglückliche Geliebte in eine weiße Wegwarte verwandelt wurden.

So erklärte man sich die Entstehung der Wegwarte und die Tatsache, dass man neben den üblichen blauen auch gelegentlich mal eine weiße antreffen kann.

Die Wegwarte steht heutzutage in manchen Bundesländern auf der roten Liste der bedrohten Arten.

Wenn sie einen Naturgarten haben, geben Sie ihr doch mal die Chance, bei Ihnen einzuziehen.

Sie blüht von Juli – September, ist eine zweijährige Pflanze, versamt sich aber an ihr zusagenden Plätzen, sonnig, schotterig, warmer Boden.

Im ersten Jahr bildet sich die Blattrosette, im 2. Standjahr ein bis zu 120 cm hohe Blütentrieb mit den himmelblauen Blüten.

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