Hepatica, Leberblümchen

Hepatica (Leberblümchen)

Hepatica transsylvanica 'Blue Eyes' 

Unter Artenschutz stehende, einheimische Staude für Gehölzränder, die wild vor allem in bergigen Regionen noch manchmal zu finden ist. Sie kommt von Europa über Skandinavien bis nach Ostasien vor. Ihren Namen verdankt sie der mittelalterlichen Verwendung als Heilpflanze, als man an eine Wirkung des in Wein gesottenen Krauts gegen verstopfte Leber und zur Nieren- und Blasenreinigung glaubte. Bereits Hieronymus Bock verwendete Hepatica ca. 1530 zur Munddesinfektion. Vom Volksmund wurde Hepatica nobilis, früher Anemone hepatica, auch Gulden Leberkraut, Leberwindblume, Blaublume, Katzenaug`n, Blaue Merzblümlein, Fastenblume, Hasselblaume oder Grabrösli genannt.

 

Botanisch werden 7 Arten und 10 Varietäten beschrieben, allein wegen der großen geographischen Verbreitung der Gattung in den nördlichen gemäßigten Zonen gibt es unzählige Standortvarietäten und Subspecies. Hinzu kommen Kreuzungen und Auslese-Sorten. Ganz grundsätzlich lässt sich der Komplex Hepatica in zwei grobe Richtungen unterteilen: es gibt europäische und asiatische Arten und Sorten, und es gibt die Unterteilung in oft verwendete Gartenpflanzen wie Hepatica nobilis oder Hepatica transsilvanica und das Sammler- und Liebhabersortiment, welches Hunderte von Einzelstücken parat hält, allerdings können dann einzelne, bizarr gefüllt und gefärbt blühende Pflänzchen bis zu 5stellige Summen kosten! Bei speziellen Leberblümchen-Shows werden sie versteigert und getauscht.

 

Die „gewöhnlichen“ Leberblümchen, die schon lange ihren festen Platz im Frühlingsgarten der Gartenkultur vor allem in Skandinavien und Osteuropa haben, wachsen gut in nicht zu heißen, eher etwas kühleren und feuchteren Schattensäumen im Halbschatten bis Schatten. Bei Leberblümchen erscheinen erst die Blüten, später die Blätter. Diese können unterschiedlich stark gelappt und auch silbern gefleckt sein. Das hell- bis dunkle Violett der Blüten leuchtet durch den ganzen, um diese Jahreszeit noch recht kahlen Garten. Selten treten auch rote und weiße Hepatica auf. Geben sie den Leberblümchen guten, humosen Boden, mulchen Sie 3-4cm dick gegen Unkraut, und hacken Sie nicht zwischen den Pflanzen, denn das mögen sie nicht. Lässt man sie in Ruhe, können sie sich sogar selbst versamen und vermehren.

 

Geeignete Partner für Hepatica nobilis sind Duftveilchen (Viola odorata), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Lerchensporn (Corydalis), Nies- und Lenzwurz (Helleborus) und etliche weiter Schattenstauden. Auch Farne wie Adiantum oder Polystichum passen gut zu Leberblümchen.

 

Hepatica nobilis wird seit dem Mittelalter als Antibiotikum, zur Heilungsbeschleunigung, zur Kräftigung und Reinigung, heute allerdings eher selten in der Heilkunde eingesetzt. Das Leberblümchen ist ein Hahnenfussgewächs (Ranunculaceae) und damit giftig. Alle Pflanzenteile enthalten Protoanemonin, jedoch weniger als die verwandten Buschwindröschen (Anemone nemorosa).

In jedem Fall sind Naturentnahmen strengstens verboten, da Hepatica unter Artenschutz steht!

 

Leberblümchen fügen sich zwischen Narzissen, Tulpen, Scharbockskraut, Lenzrosen und Buschwindröschen ein und sind mit ihren leuchtenden offenen Blüten ein absoluter Hingucker. Ich warte jedes Jahr schon darauf, wann wohl das erste anfängt zu blühen. Dieses Jahr war es ein Pflänzchen im Topf, die im Folientunnel überwintert hat, das schon seit Ende Februar und bis jetzt blüht. Wenn sie schattige Ecken haben, bringen Sie sie zum Leuchten!

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