Iris (Schwertlilie)

„Die blaw Gilg oder blaw Schwertel würdt auch Violwurz genennt und auff Griechisch oder Iris sibirica 'Taubenblau'Lateinisch Iris darumb das ihre blum von farben gemalet ist als der Regenbog am himel“

Leonhart Fuchs, 1543

 

Besser als der große Kräuterkundige des Mittelalters könnte man die Farbenvielfalt der Gattung Iris kaum beschreiben. Ihren Namen verdankt sie Iris, der Botin der Götter und Verkörperung des Regenbogens in der griechischen Mythologie. Sie ist seit Jahrhunderten in Kultur und unzählige Hobby- und Profizüchter haben sich an immer neuen Kreuzungen und Selektionen versucht, bis ein riesiges Sortiment vor allem an Bart-Iris (Iris germanica/ barbata) entstanden ist.

Iris 'Earl of Essex'

 

Alleine der Fundus an Wildarten ist riesig, im Moment schätzt man die Gattung Iris auf ca. 300 Arten auf der nördlichen Halbkugel. Hinzu kommen noch einige eng verwandte Gattungen. Durch gärtnerische Kultur und Auswahl sind Iris fast überall im Garten zu verwenden, allerdings brauchen sie grundsätzlich volle Sonne. Sie wachsen im Steingarten und auf Trockenmauern, in Beet und Rabatte, im Sumpf, am Bach, im Wasser- aber immer in der Sonne. Die Ausnahme bildet Iris foetidissima, die Halbschatten gut verträgt.

 

Iris barbata 'Frühlingskleid'

 

 

 

 

 

 

 

Für trockene Standorte im Steingarten, Trog, Kübel, Dachbepflanzung, Beet und Präriebeet eignen sich folgende Iris-Arten:

Iris Barbata-Nana (Zwerg-Iris) in Sorten, z.B.:

Iris Barbata-Media (halbhohe Bart-Iris) in Sorten, z.B.:  ‚Maui Moonlight

Iris Barbata-Elatior Hohe Bart-Iris) in Sorten, z.B.: ‚Jane Phillips

Iris germanica var. florentina

Iris graminea

 

Alle sind über regelmäßige Kalkgaben bei leichten Böden dankbar. Sehr wichtig bei diesen beliebten Iris ist, sie richtig zu pflanzen. Beste Pflanzzeit ist Juli bis September, also nach der Blüte. Die Pflanzen können dann ihre ganze Kraft auf das Wachstum konzentrieren. Die dicken Rhizome dürfen nicht ganz mit Erde bedeckt werden. Bart-Iris wachsen langsam kriechend an der Oberfläche in lockerem, durchlässigem Boden. Magern Sie schweren Lehmboden mit Kies ab und vermeiden Sie auf jeden Fall Staunässe. Setzen Sie die Pflanzen genauso hoch ein, wie sie im Topf saßen (Topfballen eben einsenken). Düngen Sie wenig oder gar nicht. Iris sind sehr genügsam!

 

Für normale Beete bis leicht feuchte Standorte wie Teichrand, Sumpfzone und nasse Stellen eignen sich diese Schwertlilien:

Iris sibirica in Sorten, z.B.:  ‚Silver Edge‘, ‚Taubenblau‚, ‚Welfenfürstin

Iris chrysographes

Iris spuria

Iris ensata (kaempferi) in Sorten, z.B.: ‚Aquamarin‚, ‚Diamant‘, ‚Himmel von Komi‚, ‚Topas‘

 

Normaler bis leicht saurer Gartenboden sagt diesen Arten zu. Alle vertragen vorübergehende Nässe und zeitweilige Trockenheit. Sie können normal wie alle Stauden gepflanzt werden. Vom Nährstoffanspruch liegen sie im mittleren Bereich, düngen Sie im Frühjahr mit etwas Kompost oder Hornspäne.

 

 

Im Wasser und am Wasserrand fühlen sich Sumpfschwertlilien wohl:

Iris pseudacorus

Iris laevigata 'Rose Queen'Iris laevigata

 

 

 

 

 

Iris ensata (kaempferi)

 

Ins flache Wasser gepflanzt (ohne Topf mit etwas Teicherde oder in einen Wasserpflanzen-korb) breiten sich diese Arten schnell aus und blühen reich. Sie holen sich ihre Nährstoffe aus dem Wasser und den Ablagerungen im Teich und reinigen ihn. Die gelbe Sumpf-Schwertlilie, Iris pseudacorus, wird auch in Pflanzenkläranlagen verwendet. Mit den asiatischen Schwertlilien (Iris laevigata & Iris ensata) kann man weiße, rosa und blaue Farbe ins Teichufer tupfen.

 

 

Neben den Iris mit unterirdischen Rhizomen (Ausläufern) oder Stauden-Iris, die über viele Jahre im Garten wachsen können, gibt es die Zwiebel-Iris (Iris reticulata), die im Herbst wie Tulpen in die Erde gesteckt werden und oft schon im Februar oder März bezaubernd blühen. An trockenen Stellen mit etwas Dünger zur Wachstumszeit können sie mehrere Jahre aushalten. Nach der Blüte zieht diese Zwiebel komplett ein und speichert ihre Kraft in der Knolle.

 

Die Schwertlilien bereichern unseren Garten mit bunten Farben und straff-aufrechten Strukturen. Allerdings sei hier eine Warnung ausgesprochen: VORSICHT! Schon viele unbedarfte Gärtner sind von der Sammelleidenschaft für Iris angesteckt worden. Wussten Sie, dass es eine fast schwarze Iris gibt, sogar mehrere? Und duftende…

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