Herkulesstaude, Riesenbärenklau

Herkulesstaude, Riesenbärenklau

oder botanisch Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum

Ein Blick auf die dunkle Seite unseres Berufsstands.

Vor ca. 120 Jahren wurde sie bei uns als Zierpflanze eingeführt. Ursprünglich ist sie im Kaukasus beheimatet.

Prächtig blühend, von imposanter Gestalt, nicht tot zu kriegen erfreute sie die Gärtner in den alten botanischen Gärten.

Unsere Altvorderen wurden begehrlich und so wanderte sie nach und nach in die Ziergärten, auch von Imkern wurde sie als Bienenfutterpflanze genutzt, an Waldrändern pflanzte man sie als Deckungspflanze für das Wild.

Ein Tausendsassa?

2008 wurde sie als Giftpflanze des Jahres gekürt.

Riesenbärenklau enthält photosensibilisierende Substanzen, Berührungen bei Sonnenlicht ziehen oft schmerzhafte Hautverbrennungen und Quaddeln nach sich.  Gerade Kinder fanden sich schon häufig nach dem Spielen mit den Pflanzen im Krankenhaus wieder.

Das Hauptproblem ist der Ausbreitungsdrang, hierzulande schafft die Herkulesstaude es,  jährlich 233 Meter Distanz zu überwinden. Das geschieht sowohl durch Samentransport von Tieren, als auch an Fließgewässern, an landwirtschaftlichen Fahrzeugen und auch an den Schuhen von Spaziergängern.

Dort wo diese Pflanze wächst, unterdrückt sie das Wachstum anderer Arten, aber oftmals verbreitet sie sich auf gestörten Standorten, die durch menschliches Eingreifen stark verändert worden sind.

Immer wieder rauscht es durch die Presse und die Herkulesstaude wird als Teufelswerk verurteilt. Die öffentliche Wahrnehmung sieht eben zuerst den Angriff auf die Gesundheit, aber es gibt auch noch andere Neophyten, deren ökologischer Schaden viel höher ist.

Nichts desto trotz ist es gut, dass der Nabu und andere Organisationen die weitere Ausbreitung verhindern.

Das tut man am besten  bei bedecktem Wetter mit Handschuhen, möglichst auch mit Schutzbrille und langärmeliger Kleidung durch mehrmaliges Mähen und Mulchen im Jugendstadium. Wenn die Pflanzen bereits blühen, so schneidet man zumindest die Blüten und Samenstände ab und verjaucht sie. Einfach liegen lassen oder in den Kompost geben, kann zu Notreife der Samen führen.

Tiefes Ausstechen der Pflanze wenn man einen Spaten oder ähnliches zur Hand hat macht Ihnen wirklich den Garaus.

Von den behördlichen Stellen wird auch eine Spritzung unter anderem mit Glyphosat (Roundup) empfohlen, aber das ist auch so eine Sache…. Der Wirkstoff  ist schon viel weiter in unser Leben eingedrungen, als uns lieb sein kann, wie Studien der Uni Leipzig beweisen.

Vor Jahren wurde Roundup noch als völlig unbedenklich eingestuft.

Und hier noch was Erbauliches zur Pflanze

The Return of the Giant Hogweed       Genesis          

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Zauberstaudes Staudentipps abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s