Wurzeldruck unter Gehölzen

Staudenunterpflanzung bei flachwurzelnden Gehölzen.

„Hier wächst nichts.“ Hört man oft von Besitzern alter Gärten mit altem Baumbestand. Birken und Fichten und andere Bäume, Büsche und Hecken sind Flachwurzler und lassen oft nicht einmal den Rasen am Leben.

Wenn man licht- und nährstoffhungrige Pflanzen dort einsetzt, zu denen auch der Rasen gehört, wird das auch nichts. Aber es gibt Alternativen. Oft sind es oberflächlich wachsende Pflanzen, die mit wenig Licht, Nahrung und Wasser zurechtkommen.

Anemone nemorosa, Buschwindröschen

Anemone nemorosa, Buschwindröschen

Ich habe eine Menge Überlebenskünstler hier rausgesucht:

Viola (Veilchen), Vinca major (Großes Immergrün), Vinca minor (kleines Immergrün), Omphalodes verna (Gedenkemein), Waldsteinia ternata (Goldnessel), Geranium macrorrhizum (Balkan Storchschnabel), Geranium nodosum (Bergwald Storchschnabel), Convalaria majalis (Maiglöckchen), Bergenia, Galium odoratum (Waldmeister), Phuopsis stylosa (Schein-Waldmeister), Luzula nivea (Waldmarbel), Geranium oxonianum (Storchschnabel),

Geranium macrorrhizum 'Olympos'

Geranium macrorrhizum ‚Olympos‘

Fragaria vesca (Walderdbeere), Aster divaricata (Wald- Busch-Aster), Campanula trachelium (Nesselblättrige Glockenblume), Pachysandra (Dickmännchen), Epimedium (Elfenblumen)*, Ceratostigma plumbaginoides (Bleiwurz), Smilacina (Duftsiegel), Aruncus, (Waldgeissbart), Anemone sylvestris (Waldanemone), Anemone nemorosa (Buschwindröschen), Helleborus orientalis (Lenzrose), Helleborus niger, (Christrose), Polygonatum (Salomonsiegel), Tiarella (Schaumkraut), Tellima (falsche Alraune), Athyrium (Frauenfarn), Carex morrowii (Segge),  Symphytum (Beinwell), Hosta (Funkie), Anemone japonica (Herbstanemone), Buglossoides (Steinsame), Corydalis (Lerchenwurz), Stellaria holostea (Sternmiere), Digitalis

Digitals parviflora

Digitals parviflora

(Fingerhut) und natürlich die ganzen Sorten und Variationen dieser Stauden

Auch Blumenzwiebeln lassen sich hier ansiedeln:

Cyclamen coum und Cyclamen herderifolium, Corydalis cava u. Corydalis solida, Eranthis (Winterling), Erythronium (Hundszahn), Scilla (Hasenglöckchen)

Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass sich  eine solche Pflanzung ganz in Ruhe langsam entwickeln muss. Auf Hacken, Harken, Graben und so weiter sollte man ganz verzichten, auch Laub lässt man dazwischen liegen, es dient den Stauden, die es ganz gut festhalten, als Nahrung.

Jäten mit der Hand und hin und wieder mal ein Rückschnitt sollten als Pflegemaßnahmen ausreichen. Vielleicht gibt man mal etwas Kompost im Frühjahr oder gießt bei extremer Trockenheit, aber damit ist es dann auch gut.

Es wird sich aufgrund des Mangels an Wasser, Licht und Nährstoffen nur sehr langsam entwickeln, einiges wird eingehen, anderes sich ausbreiten, aber nach 3-4 Jahren wird es sehr schön sein im Gegensatz zu abgestorbenen Rasenflächen. Natürlich wird es auch kein eindrucksvolles Prachtbeet, wie ein englisches Mixed Border, aber es ist eine ruhiges stilles, oft kühles Plätzchen, in das Sie sich auch bei starker Sommerhitze mal mit einen Gartenstuhl zurückziehen können.

* Keine Regel ohne Ausnahme: Epimedium sind nicht alle geeignet, die sogenannten östlichen Sorten Epimedium x youngianum u. Epimedium grandiflorum, sowie einige Wildarten haben es lieber etwas tiefgründiger und mögen lieber den lichten Schatten, auch sind sie nicht so trockenheitsverträglich. Aber dazu mehr demnächst hier.

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