Versamende Stauden

Stauden Samen Sammeln

Eragrostis elliottiii Sämlinge

Eragrostis elliottii Sämlinge

Sich selbst versamende Stauden sind im Moment groß im Kommen. An Herz legen möchte ich Ihnen das Buch „Blackbox Gardening“ von J. Reif und C. Kreß mit wunderschönen Fotos von Jürgen Becker. Dort erfährt man sehr viel  über dies Thema.

Die Methode mit sich selbst erhaltenen Pflanzen zu gärtnern ist zwar eigentlich ein alter Hut, aber viele Menschen kennen den Umgang mit dieser natürlichen Vermehrungsmethode nicht mehr oder noch nicht..

Pflegeleicht  oder ganz ohne Pflege und ohne ein gutes Auge ist diese Art zu gärtnern nicht, aber eine grüne Wüste aus Rasen, Thuja und Kirschlorbeer ist das auch nicht. Man bedenke nur das stundenlange, ermüdende Rasenmähen…

Manche Stauden sind nicht sehr langlebig, erhalten sich aber durch Selbstaussaat. Wir haben auch viele zweijährige oder bienne Pflanzen im Programm. Manche versamen sich nicht so recht oder Vögel und Ameisen sind schneller, andere keimen erst so spät, dass der Frühjahrsputz im Garten den kleinen Sämlingen auch mal schnell den Garaus macht.

Ein Problem für interessierte Laien ist es sicherlich, den Unterschied zwischen keimenden Wildkräutern (Unkraut) und den Pflanzen zu unterscheiden, die man gerne behalten möchte.

Auch haben manche dieser Stauden, je nach Lage und Bodenbeschaffenheit, den Drang sich so heftig auszubreiten, dass für andere nicht viel Raum bleibt. Bei uns sind es Campanula trachelium und Verbena hastata, auch Onopordum acanthium, die wunderschöne Eselsdistel neigt zu diesem Tun. Da muß man natürlich auch mal regulierend eingreifen.

Einige Beispiele für selbstversamende Blumen: Verbena bonariensis (patagonisches Eisenkraut), Salvia sclarea, (Muskatellersalbei), Digitalis (Fingerhut), Alcea rosea (Stockrosen), Aquilegia vulgaris (Akelei), Verbascum nigrum (Königskerze) und noch viele andere mehr.

Onopordum1Ich habe irgendwann mal den Ausdruck Gartenvagabunden gehört, weil sie sich hier und dort versamen, wo es Ihnen gerade passt. Mitten auf Gartenwegen, in Steinritzen oder direkt am Komposthaufen sind diese Findlinge keine Seltenheit.

Wollen Sie diese Pflanzen gern an bestimmten Plätzen wieder einsetzen, so ist es sinnvoll im Hoch- bis Spätsommer einfach etwas reifen Samen abzunehmen.

Die Reife der Saat erkennt man meistens an der Farbe der Samenkapsel. Oft verfärbt sie sich etwas bräunlich oder der Stängel beginnt, gelb zu werden.

Campanula trachelium Kapsel und Samen, reif

Campanula trachelium Kapsel und Samen, reif

Dann wird es Zeit für die Ernte.

Sie trocknen die Saat ganz leicht auf der Fensterbank auf etwas Zeitung oder Küchenpapier,  füllen ihn in kleine Döschen oder Papiertüten und bewahren ihn trocken und nicht zu warm, aber am besten frostfrei auf.  Vergessen Sie nicht, diese zu beschriften, sonst ist das Chaos perfekt und sie haben bunte Samenbomben für das Guerilla Gardening .

 

 

 

 

Im  Frühjahr ab Mitte März können Sie diesen Samen dort auszubringen, wo die Pflanzen stehen sollen. Leicht einharken, etwas andrücken und angießen, los geht’s mit dem Keimen und Wachsen. Ein Vorkultivieren in Kisten ist auch möglich, aber das sollte dann jeder für sich entscheiden, ob man sich die Arbeit machen möchte.

Digitalis mertonensis reife Kapseln

Digitalis mertonensis reife Kapseln

Digitalis mertonensis unreif

Digitalis mertonensis unreif

Zweijährige Pflanzen wie der Fingerhut bilden im ersten Standjahr nur ihre Grundrosette und blühen erst im zweiten Standjahr. Bei denen sollen Sie bereits gleich nach der Ernte aussähen, damit es im kommenden Jahr bereits wieder erblühen kann.

Auch andere Stauden wie z.B. Helenium, Phlox und Nepeta versamen sich, die Samen sind  aber nicht sortenecht.

Wenn Sie gute farbenprächtige Sorten haben, sollte man diese Exemplare vor der Selbstaussaat schützen, indem man sie früh genug zurückschneidet. Sämlinge entwickeln sich häufig kräftiger als die mit Mühe gezüchtete Mutter und verdrängen diese.

Andere Pflanzen die mit Mühe herangezüchtet wurden, dürfen nur von gleichen Sorten befruchtet werden.

Wir haben zum Beispiel hier die Vexiernelke, Lychnis coronaria ‚Angel’s Blush‘ hier stehen. Glücklicherweise wohnen wir recht einsam mit wenigen Nachbarn, so dass ich da fremde Sorten oder die Urform gleich entfernen kann. Sonst würde mit der Zeit die rote Art überwiegen.

Lychnis coronaria 'Angel's Blush'

Lychnis coronaria ‚Angel’s Blush‘

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Zauberstaudes Staudentipps abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Versamende Stauden

  1. Simply want to say your article is as astonishing.
    The clearness in your post is just cool and i can assume you’re an expert on this subject.
    Well with your permission allow me to grab your RSS feed to keep updated with forthcoming post.
    Thanks a million and please continue the gratifying work.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s