Garten aufräumen oder man kann sich das Leben auch schwer machen

Garten ‚aufräumen‘?

Im Herbst, oft schon ab September, wird von manchen Zeitgenossen ganz stolz damit geprahlt, dass der Garten bereits winterfertig und aufgeräumt ist.

Früher habe ich mir nichts dabei gedacht: „Ok, die Gartenmöbel sind schon drin, die Terrasse gefegt. Vielleicht wollen sie die letzten schönen Oktobertage nicht im Garten verbringen.“ Aber immer, wenn ich diese aufgeräumten Gärten gesehen habe, sah ich Wüste. Alles war zurückgeschnitten bis auf den Boden, Beete umgegraben und gehackt, kein Fitzelchen Unkraut mehr, die  Kanten sauber abgestochen. Ich sah keine  Gräserhorste mehr, keine Blütenstände, kein Versteck für Wildtiere. Der Rasen war raspelkurz.

Schädlinge und Nützlinge werden gleichermaßen ausgerottet, Wildkräutern und Sämlingen bleibt keine Chance. Bäume sind auf den Stamm zurückgeschnitten, damit sie nicht so viel „Dreck“ machen, Sträucher werden eirund im Hausmeistereinheitsschnitt beschnippelt. Der arme Maulwurf, der pro Jahr sage und schreibe 20 – 30 kg Insekten vertilgt, wird erbarmungslos gejagt.

Was kann man sich doch das Leben leichter machen, wenn man diese Aufräumerei einfach mal sein lässt.

Eryngium mit Raureif

Eryngium mit Raureif

Abgeblühte Stauden sehen im Winter mit Raureif oder Schneehaube ganz entzückend aus.

Sedum mit Schneehaube

Sedum mit Schneehaube

Dichte Gräserhorste rascheln im Wind und bieten manchen Tieren eine gute Zuflucht an kalten Tagen. Bäume sehen am schönsten in ihrer natürlichen Form aus. Denken Sie nur mal an die imposanten Kronen alter Buchen oder die wunderschönen grazilen Birken. Sicher, Totholz und absturzgefährdete Äste müssen mal raus, gar keine Frage; auch Obst muss beschnitten werden, aber dieser radikale Rückschnitt aller Bäume muss nicht sein.

Auch Sträucher wie Forsythien, Flieder, Hartriegel und Deutzien müssen alle paar Jahr mal runter, aber doch kein einheitlicher Rundschnitt in jedem Jahr. Was ist das für ein Verlust an eigenen Formen und Gartenbildern.

tobi1Überschüssiges Laub braucht nur vom Rasen und von den Wegen entfernt zu werden. In den Beeten ist es eine nützliche Humusgabe, die im Winter von vielen Tieren geschätzt wird. Der Igel wird sich über einen dicken warmen Blätterhaufen freuen, seine Jungen bei Ihnen aufziehen und im nächsten Sommer viele Ihrer überschüsssigen Schnecken verputzen.

 

 

 

Haben Sie im Winter schon mal eine Amsel dabei beobachtet, wie sie jedes trockene Blatt im Beet umdreht und nach Futter sucht? Es kommt auch mal eine Gruppe Fasanen, die sich im Gebüsch versteckt und in unbeobachteten Momenten den Vogelfutterplatz stürmen. Fünf Hennen und drei Hähne sind hier häufig zu sehen.

Und Herr Grabowski der Maulwurf? Er wühlt ein bisschen in den Beeten herum, entlockt Grabowskiuns ein leichtes Schulterzucken. Es steht genug da, wirklich kaputt macht er nichts. Schließlich frisst er nur Insekten.

Ab Ende februar, Anfang März, vor dem Austrieb, wird dann moderat geschnitten und gemäht, vieles als Mulch in den Beeten liegen gelassen. Es unterdrückt unerwünschten Wildwuchs und Unkraut, verrottet langsam und dient den Pflanzen als Nahrung. Nach kurzer Zeit ist bereits alles wieder grün und dicht wieder zugewachsen.

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