Winterblühende Stauden

Winterblühende Stauden

 

Schneeglöckchen

Ich sitze in meinem warmen, gemütlichen Wohnzimmer und schaue in den tiefgefrorenen Garten. Die kahlen Zweige der Sträucher haben auch ihren Reiz, ich kann den Vögeln zuschauen, aber mir fehlt etwas Farbe. Zeit, darüber nachzudenken, wie man im Winter nicht auf Blüten verzichten muss.

 

Die verschiedenen Schneeglöckchen haben bereits die Blätter ins Licht gestreckt und warten auf etwas mehr Wärme und auch die kleinen Krokusse (Crocus vernus) treiben schon aus. Unvergesslich ist der Anblick ganzer schneebedeckter Hänge im Allgäu voller weißer, lila und vereinzelt gelber Blüten. Da entdecke ich, dass meine Alpenveilchen (Cyclamen coum) schon voller Knospen sitzen und einzelne Blüten bereits halb offen sind. Das leuchtende Pink, welches ich mir ausgesucht habe, gibt Hoffnung. Dann entdecke ich eine blühende Christrose (Helleborus niger). Auch die Lenzrosen (Helleborus orientalis) haben schon vereinzelt Knospen. Unter der japanischen Kirsche treiben die Schaftdolde (Hacquetia epipactis) und das Gedenkemein (Omphalodes vernus) vorsichtig aus. Bald werden also gelbe und blaue Blüten erscheinen.

 

Lerchensporn und Nießwurz

Unter der großen Eiche wächst bald ein geschlossener Teppich von Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), welches gelb blüht und von dem sogar zahlreiche besondere Sorten mit buntem Laub oder gefüllten Blüten auf den Kenner warten. Diese Teppiche vertragen sogar zeitweises Betreten! Die bunten Frühlingsanemonen (Anemone blanda) wetteifern mit den weißen Buschwindröschen (Anemone nemorosa), von denen fleissige Sammler einige besondere Typen mit gefüllten oder blauen Blüten kultivieren, die gelben Anemone ranunculoides schließen sich an. An waldähnlichen Standorten mit lockerem Gehölzbestand lassen sich Buschwindröschen hervorragend mit dem hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) und Corydalis solida, beide Lila oder weiß blühend, verwildern. Nie werde ich die Hänge voller blühender Nießwurz (Helleborus foetidus) mitten im Winter auf kalkhaltigen Böden vergessen. Man sollte die Wirkung der wenigen Winterblüher nicht unterschätzen, da sie durch die fehlende Konkurrenz besonders auffallen und das Auge regelrecht anziehen.

 

Eigendlich ist es ja noch gar nicht lange her, dass die letzten Blüten dem Frost zum Opfer fielen, z.B. die Bergenien (Bergenia Hybriden) oder die spätblühenden Silberkerzen (Cimicifuga simplex „White Pearl“). Auch angefrorene Rosenblüten oder erstarrte Gräserblüten zaubern zarte Bilder. In manchen Jahren blühen auch die Herbstanemonen (Anemone japonica, hupehensis & tomentosa) sowie späte Astern (Aster ageratoides „Ashvi“, A. ericoides, A. pringlei) und Chrysanthemen (Chrysanthemum Indicum-Hybriden) ausdauernd bis in den Winter hinein. Wenn man nun noch Gehölze mit bunten Rinden sowie immergrüne Stauden und Gehölze hinzufügt, ist stets für Farbe und Abwechslung gesorgt und der Garten erfreut das ganze Jahr die Sinne.

 

 

Natürlich hat die Natur ihren eigenen Rhythmus und verhält sich nie nach Plan oder jeden Winter gleich. So bedeutet Winter für mich die Zeit der Ruhe und Besinnung, eine Pause, um auf das kommende Gartenjahr einzustimmen, zu planen und neue Ideen auszuhecken. Verzeihen Sie es Ihrem Garten, wenn frühe Fröste alle Blütenpracht viel zu früh beenden und dicke Schneedecken den Winterblühern und Immergrünen das Leben schwer machen! Wenn ich dann z.B. eine alte, blühende Zaubernuss entdecke, kann ich geduldig warten, denn der nächste Frühling kommt bestimmt!

 

 

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