Pulsatilla, Küchenschelle

Pulsatilla (Küchenschelle)

 

Diese weit verbreitete Frühlingsblume ist mindestens seit dem Mittelalter, erstmals aber belegt durch Brunfels 1532 als „Kuchenschell“, seit vielen Jahrhunderten in der Gartenkultur etabliert. Ihren Namen hat sie von der Form der Blüten, die Zimbeln oder Schellen gleichen. Vom Volksmund wird die echte Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris (früher Anemone Pulsatilla) auch Küchenkraut, Kuhschelle, Glockenschelle, Nudeleier, Schlotterhose, Schlafblume, Hasenblume, Kuckucksblume, Mutterblume und Giftblume genannt.

 

Heute sind sowohl in Gärtnereien kultivierte Wildformen der ca. 30 Arten als auch Kulturformen mit großen oder besonders farbintensiven Blüten im Handel. Von den Wildarten sind etliche von den Standortansprüchen derart anspruchsvoll und unterschiedlich von kalkfliehend bis kalkliebend, oft an spezielle alpine oder subalpine Nischen und Kleinklimate angepasst, dass eine Verwendung im Garten eher Spezialisten und botanischen Gärten obliegt. Für den Steingarten sind Pulsatilla grandis, Pulsatilla halleri und Pulsatilla montana geeignet, Pulsatilla vulgaris kann problemlos in jedem etwas kalkhaltigen normalen Gartenboden wachsen.

 

Von der „Gewöhnlichen Küchenschelle“, Pulsatilla vulgaris, gibt es neben der reinen Art, die dunkel- bis hellviolett blüht, unter anderem die Sorten „Alba“ und „Weißer Schwan“, die reinweiß sowie „Rubra“ und „Röde Klokke“ , die weinrot blühen. „Papageno“ ist eine bunte Farbmischung von weiß über orange bis violett. Es sind auch stark gefranste Blütentypen dabei.Pulsatilla 'Papageno'

 

Neben der auffälligen Blüte, die einige Wochen im März und April erscheint, bieten die federigen Samenstände anschließend einen weiteren Blickfang im Garten. Küchenschellen können sich übrigens im Garten kreuzen, wenn  Sie verschiedene Sorten oder Arten haben. So entstehen manchmal andere Blütenfarben, denn keimende Samen sind oft vitaler als umgepflanzte Kulturstauden und wachsen am selben Platz. Dies kann auch bei Flammenblumen (Phlox paniculata), Schafgarbe (Achillea)  und Steppensalbei (Salvia nemorosa )passieren, falls Sie sich schon einmal über einen „Farbwechsel“ bei diesen Stauden gewundert haben.

 

Die Küchenschelle hat neben der gestalterischen auch eine medizinale Verwendung. Bereits Leonhart Fuchs beschreibt in seinem „New Kreüterbuch“ von 1543 die Pflanze und ihre Verwendung äußerlich, aber auch innerlich zur Reinigung, Entwässerung und Desinfektion. Heute wird Pulsatilla bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Husten zur Krampflösung, Schmerzstillung und Blutreinigung verwendet.

 

Da die Küchenschelle ein Hahnenfussgewächs (Ranunculaceae) ist, enthält sie Ranunculin und ist damit wie viele Vertreter dieser Familie giftig. Da sie aber keine einladenden Beeren oder Früchte hat und auch keinem Küchenkraut ähnelt, ist sie auch für Kinder und Haustiere völlig ungefährlich, die essen schließlich auch keine Krokusse!

Pulsatilla 'White Swan'

 

 

Küchenschellen mögen vollsonnige, trockene und nährstoffarme Plätze wie im Steingarten, Trog, etwas mit Kies abgemagerter Erde in Pflanzschalen- und Kästen sowie in vollsonnigen Beeten und Rabatten. Sie sind völlig winterhart, können aber manchmal nach warmen Tagen im Frühjahr unter den Spätfrösten leiden. Wenn der Garten bis auf die Zwiebelpflanzen noch recht kahl und winterlich aussieht, stecken die Küchenschellen schon ihre Köpfe aus der Erde, notfalls auch durch den Schnee. Damit sind sie im Staudengarten unverzichtbar.

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