Rückschnitt bei Ziergräsern

Rückschnitt von Ziergräsern

Gräser geben unseren Gärten auch im Winter noch Struktur, wenn alles andere bereits eingezogen ist.  Wer kennt nicht den Reiz großer Horste von Miscanthus (Chinaschilf) oder Cortaderia (Pampasgras)?Abschied09

Oft sind aber noch Fragen offen zum Rückschnitt.

Hier ist ein kleiner Ratgeber dazu:

Bei den meisten Carex  Arten u. Sorten braucht man nur beim Beginn der Vegetationsperiode etwas auskämmen und abgestorbene Halme  herausziehen.

Deschampsia  ist berüchtigt für seinen ungehemmten Vermehrungsdrang. Dagegen wird empfohlen, nach der Blüte zurückzuschneiden, damit es sich nicht versamen kann. Ich finde aber gerade die Blütenstände sehr schön und entferne dann lieber die Sämlinge, als auf diesen fluffig flauschigen Anblick verzichten zu müssen. Die Sorte ‚Goldtau‘ versamt sich nicht. Im Winter ist auch erst ein Rückschnitt zum Frühjahr erforderlich.

Festuca und Luzula sind auch wintergrün, dort entfernt man auch erst im Frühjahr unschön gewordene Halme.

Uncinia kommt von der anderen Seite unserer Erde, ist wintergrün aber empfindlich gegen Kahlfröste, die sollte man dann besser mit ein paar Tannenzweigen schützen.

Ein kleiner Tipp: Die Reste vom Weihnachtsbaum verwenden wenn man keine Tannenzweige hat. In unseren Breiten kommen die schlimmsten Kahlfröste meistens erst Ende Januar – Februar.

Achnatherum ist nicht wintergrün, hält sich aber auch abgestorben noch eine ganze Weile. Wenn es nicht zu sehr regnet und vermatscht, kann man es bis zum Frühjahr stehen lassen und erst dann zurückschneiden. Ein früher Rückschnitt ist aber auch möglich.

Anemanthele lessoniana (Stipa arundinacea), neuseeländisches Windgras, Fasanenschwanzgras

ist halb wintergrün und empfindlich. Es kann überleben, das ist aber nicht immer gegeben. Man kämmt es zum Frühjahr vorsichtig aus, schneidet aber möglichst nichts zurück, was noch den Winter überstanden hat.

Briza wird nicht zurückgeschnitten, nur im Frühjahr von den alten Blüten und braunen Halmen befreit.

Calamagrostis (Reitgras) kann zurückgeschnitten werden, wenn es unschön wird, meistens erst im Laufe des Winters.

Cortaderia oder Pampasgras bindet man zusammen, damit das überschüssige Wasser nach außen abfließen kann und das Innere des Horstes geschützt ist . Bei starken Kahlfrösten ist ein Schutz mit Reisig oder Vlies hilfreich. Entfernt werden im Frühjahr alte Blüten und braune Halme.

Eragrostis wird im Frühjahr vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten. Ebenso ist es mit Imperata, denm japanischen Blutgras. Die alten Halme schützen vor dem Kahlfrost und Austrocknung.

Hakonechloa, das japanische Bergras kann im Herbst zurückgeschnitten werden, allerdings ist es auch bei diesen schönen Gräsern hilfreich das abgestorbene Laub gegen Kahlfrost und Frosttrockenheit stehen zu lassen und erst im Frühjahr zurückzuschneiden.

Helictotrichon, Blaustrahlhafer lässt man bis zum Frühjahr stehen. Ebenso Hystrix, Koeleria u. Melica.

Miscanthus in all seinen Arten, Sorten u. Varianten wird auch erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Man könnte es zwar schon eher machen, beraubt sich aber dann selbst um den schönen Winteraspekt. Es ist eines der festesten Gräser und hält fast bis zum Frühjahr.

Molinia dagegen ist nur in der ersten Winterzeit noch schön anzusehen, aber gleich nach Weihnachten verliert es seine Struktur. Es wirkt dann nur noch ungepflegt und sollte dann geschnitten werden.

Panicum steht länger, kann bereits im Herbst, aber auch erst im Frühjahr, wenn es nicht mehr attraktiv ist zurückgeschnitten werden.

Genau so ist es mit Pennisetum. Im Herbst ist es mit seinen dicken walzenförmigen Wedeln noch wunderschön, aber bald nach den ersten Wintereinbrüchen wird es matschig und häßlich. Dann ist es Zeit für den Rückschnitt.

Stipa läßt man stehen und reinigt es erst im Frühjahr, wobei das auch noch von Art zu Art unterschiedlich ist. Stipa giantea kann man ganz zurückschneiden.

Stipa pennata, s. pulcherrim, S. barbata, S, tenuissima kämmt man im Frühjahr nur vorsichtig aus und lässt die wintergrünen Halme möglichst vollständig stehen.

Bei Stipa tenuissima (Ponytailgras) wird oft empfohlen, die Blütenstände nach der Blüte zu entfernen um das Versamen zu verhindern, aber ich meine, dass man sich dann um einen schönen Schmuck beraubt. Diese Art ist sowieso nicht so ganz langlebig und erhält sich durch Selbstaussaat. Die überflüssigen Sämlinge lassen sich leicht entfernen.

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