Iris (Schwertlilie)

„Die blaw Gilg oder blaw Schwertel würdt auch Violwurz genennt und auff Griechisch oder Iris sibirica 'Taubenblau'Lateinisch Iris darumb das ihre blum von farben gemalet ist als der Regenbog am himel“

Leonhart Fuchs, 1543

 

Besser als der große Kräuterkundige des Mittelalters könnte man die Farbenvielfalt der Gattung Iris kaum beschreiben. Ihren Namen verdankt sie Iris, der Botin der Götter und Verkörperung des Regenbogens in der griechischen Mythologie. Sie ist seit Jahrhunderten in Kultur und unzählige Hobby- und Profizüchter haben sich an immer neuen Kreuzungen und Selektionen versucht, bis ein riesiges Sortiment vor allem an Bart-Iris (Iris germanica/ barbata) entstanden ist.

Iris 'Earl of Essex'

 

Alleine der Fundus an Wildarten ist riesig, im Moment schätzt man die Gattung Iris auf ca. 300 Arten auf der nördlichen Halbkugel. Hinzu kommen noch einige eng verwandte Gattungen. Durch gärtnerische Kultur und Auswahl sind Iris fast überall im Garten zu verwenden, allerdings brauchen sie grundsätzlich volle Sonne. Sie wachsen im Steingarten und auf Trockenmauern, in Beet und Rabatte, im Sumpf, am Bach, im Wasser- aber immer in der Sonne. Die Ausnahme bildet Iris foetidissima, die Halbschatten gut verträgt.

 

Iris barbata 'Frühlingskleid'

 

 

 

 

 

 

 

Für trockene Standorte im Steingarten, Trog, Kübel, Dachbepflanzung, Beet und Präriebeet eignen sich folgende Iris-Arten:

Iris Barbata-Nana (Zwerg-Iris) in Sorten, z.B.:

Iris Barbata-Media (halbhohe Bart-Iris) in Sorten, z.B.:  ‘Maui Moonlight

Iris Barbata-Elatior Hohe Bart-Iris) in Sorten, z.B.: ‘Jane Phillips

Iris germanica var. florentina

Iris graminea

 

Alle sind über regelmäßige Kalkgaben bei leichten Böden dankbar. Sehr wichtig bei diesen beliebten Iris ist, sie richtig zu pflanzen. Beste Pflanzzeit ist Juli bis September, also nach der Blüte. Die Pflanzen können dann ihre ganze Kraft auf das Wachstum konzentrieren. Die dicken Rhizome dürfen nicht ganz mit Erde bedeckt werden. Bart-Iris wachsen langsam kriechend an der Oberfläche in lockerem, durchlässigem Boden. Magern Sie schweren Lehmboden mit Kies ab und vermeiden Sie auf jeden Fall Staunässe. Setzen Sie die Pflanzen genauso hoch ein, wie sie im Topf saßen (Topfballen eben einsenken). Düngen Sie wenig oder gar nicht. Iris sind sehr genügsam!

 

Für normale Beete bis leicht feuchte Standorte wie Teichrand, Sumpfzone und nasse Stellen eignen sich diese Schwertlilien:

Iris sibirica in Sorten, z.B.:  ‘Silver Edge’, ‘Taubenblau‘, ‘Welfenfürstin

Iris chrysographes

Iris spuria

Iris ensata (kaempferi) in Sorten, z.B.: ‘Aquamarin‘, ‘Diamant’, ‘Himmel von Komi‘, ‘Topas’

 

Normaler bis leicht saurer Gartenboden sagt diesen Arten zu. Alle vertragen vorübergehende Nässe und zeitweilige Trockenheit. Sie können normal wie alle Stauden gepflanzt werden. Vom Nährstoffanspruch liegen sie im mittleren Bereich, düngen Sie im Frühjahr mit etwas Kompost oder Hornspäne.

 

 

Im Wasser und am Wasserrand fühlen sich Sumpfschwertlilien wohl:

Iris pseudacorus

Iris laevigata 'Rose Queen'Iris laevigata

 

 

 

 

 

Iris ensata (kaempferi)

 

Ins flache Wasser gepflanzt (ohne Topf mit etwas Teicherde oder in einen Wasserpflanzen-korb) breiten sich diese Arten schnell aus und blühen reich. Sie holen sich ihre Nährstoffe aus dem Wasser und den Ablagerungen im Teich und reinigen ihn. Die gelbe Sumpf-Schwertlilie, Iris pseudacorus, wird auch in Pflanzenkläranlagen verwendet. Mit den asiatischen Schwertlilien (Iris laevigata & Iris ensata) kann man weiße, rosa und blaue Farbe ins Teichufer tupfen.

 

 

Neben den Iris mit unterirdischen Rhizomen (Ausläufern) oder Stauden-Iris, die über viele Jahre im Garten wachsen können, gibt es die Zwiebel-Iris (Iris reticulata), die im Herbst wie Tulpen in die Erde gesteckt werden und oft schon im Februar oder März bezaubernd blühen. An trockenen Stellen mit etwas Dünger zur Wachstumszeit können sie mehrere Jahre aushalten. Nach der Blüte zieht diese Zwiebel komplett ein und speichert ihre Kraft in der Knolle.

 

Die Schwertlilien bereichern unseren Garten mit bunten Farben und straff-aufrechten Strukturen. Allerdings sei hier eine Warnung ausgesprochen: VORSICHT! Schon viele unbedarfte Gärtner sind von der Sammelleidenschaft für Iris angesteckt worden. Wussten Sie, dass es eine fast schwarze Iris gibt, sogar mehrere? Und duftende…

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Delphinium Rittersporn

Delphinium elatum

Hoher Rittersporn

Delphinium belladonna 'Cliveden Beauty'

Er ist der Klassiker unter den Prachtstauden. Seine mannshohen Blütentürme in allen möglichen Blauschattierungen leuchten uns entgegen und verleihen dem Garten eine gewisse Weite.

 

Manche halten ihn für schwierig, aber wenn man ihn zu nehmen weiß, hat man lange Freude an diesen schönen Stauden.

Der Platz sollte sonnig und der Boden  locker, humos, nicht zu trocken und frei von Wurzelunkräutern sein, etwas Windschutz ist nicht schlecht, aber eine zu geschützte Stelle begünstigt den Befall von Mehltaupilz.

Im Frühjahr sorgt eine Kompostgabe oder eine knappe Handvoll organischer Mischdünger (Oscorna) für eine gute Nährstoffversorgung..Delphinium elatum 'Finsteraahorn' (Karl  Foerster)

Ein großer Züchter, der sich um die Rittersporne verdient gemacht hat, war Karl Foerster aus Bornim in Potsdam. Er hat über 70 verschiedene Rittersporne gezüchtet und auch eine Monographie über sie verfasst: Blauer Schatz der Gärten.

Sein Hauptaugenmerk lag auf Standfestigkeit, Farbe, Gesundheit und Ausdauer.

Auch in England wurde am Rittersporn gezüchtet, allerdings lag hier das Hauptaugenmerk auf große gefüllte Blüten und Showpflanzen. Die haben sich aber hier in den Gärten aufgrund ihrer Empfindlichkeit nicht durchsetzen können.

Es gibt einfache und gefüllte Sorten, mit heller und dunkler Mitte,(bei den Delphinium nennt man die Mitte ‚Biene‘). Die Blüten variieren je nach Sorte in verschiedenen Blautönen, auch Weiße und Rosafarbene gibt es mittlerweile.

Rittersporn ist auch ein sehr schöner Rosenbegleiter, oder für Bauern- oder Cottagegärten nahezu unverzichtbar.

Unsere Lieblingssorten:

Delphinium elatum ‚Abendleuchten‘

Delphinium elatum ‚Finsteraarhorn‘

Delphinium elatum ‚Gewitterstimmung‘

Delphinium elatum ‚Morgenduft‘

Delphinium elatum ‚Schildknappe‘

Delphinium elatum ‚Sommerwind‘

Aber irgendwie sind sie alle prachtvoll anzusehen.

Delphinium Belladonna-Hybriden

Verzweigter Garten-Rittersporn

Es gibt auch noch andere Arten der Rittersporne. Delphinium belladonna ist eine kleinere Variante, bei ihnen wurde eine kleine Wildart aus China , Delphinium grandiflorum, mit eingekreuzt. Dieser Rittersporn eignet sich gut für kleine Gärten.

Hier einige hübsche Vertreter dieser Art:

Delphinium Belladonna-Hybride ‚Atlantis‘

Delphinium Belladonna-Hybride ‘Ballkleid’

Delphinium Belladonna-Hybride ‘Casa Blanca’

Delphinium Belladonna-Hybride ‚Völkerfrieden’

Delphinium Belladonna-Hybride ‚Piccolo’

Delphinium Pacific-Hybriden

Pacific-Rittersporn

Dann gibt es noch die Sämlinge aus Amerika, Pacific Hybriden, die nicht so standfest sind und nur wenige Jahre leben. Dazu gehören die Ritter der Tafelrunde:

Delphinium Pacific-Hybride ‘King Arthur’

Delphinium Pacific-Hybride ‘Black Knight’

Delphinium Pacific-Hybride ‘Guinevere’

Delphinium Pacific-Hybride ‘Astolat’

Delphinium Pacific-Hybride ‚Galahad’

Wie gesagt, sie sind schön, nicht so teuer wie die vegetativ vermehrten, aber längst nicht so langlebig.

Hier sind noch ein paar Tipps, damit sie lange Freude an Ihren Prachtstauden haben:

  1. Schützen Sie die jungen Austriebe vor Schnecken. Sie scheinen ein besonderer Leckerbissen zu sein.
  2. Sollten im Sommer Gewitterstürme drohen, binden Sie die hohen Stauden an. Es wäre schade, wenn die ganzen Zweige zu schwer werden und umknicken.
  3. Nach der Blüte sorgt ein radikaler Rückschnitt bis auf eine knappe Handbreit über den Boden für einen Neuaustrieb und eine reiche Nachblüte im Spätsommer.
  4. Eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung sollte gewährleistet sein.
  5. Man kann Rittersporne im frühen Frühjahr oder gleich nach der Blüte beim Rückschnitt teilen und die Pflanzen damit gesund und vital erhalten. Das sollte man alle paar Jahre machen, damit die Pflanze nicht überaltert.
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Schnecken

Schnecken

 

Seit Jahren werden sie immer mehr, diese kleinen schleimigen Plagegeister.

Es kann einem schon die Freude am Garten vergällen.

Es gibt wirksames Schneckenkorn, welches auch im bioloischen und intergrierten Anbau verwendet wird: Ferramol.

Eine geringe Aufwandmenge, aber häufige Wiederholung der Ausbringung hat den größten Erfolg  gezeigt. Wichtig ist auch, das immer die Nachkommenschaft gleich mit unterbunden wird.

‘Viel hilft viel’ ist hier der falsche Weg.

 

Andere Möglichkeiten sind das konsequente Einsammeln und Vernichten der Schnecken, Mulchen mit Split  und Muschelkalk und das Halten von Laufenten, die die kleinen Schleimer gern fressen. Diesen Tieren sollte man aber viele Wasserbecken in den Garten stellen, sie baden ihre Beute gern vor dem Verzehr.

 

Es gibt auch viele schneckenresistente Stauden, die wir im Pflanzenversand anbieten.

 

Hier mal eine Liste:

Achillea

Alchemilla

Astilben

Bergenia

Epimedium

Euphorbia

Geranium

Helianthemum

Heuchera

Hypericum

Iberis

Lamiastrum

Lavandula

Origanum

Physostegia

Rudbeckia

Sedum

Stachys

Thymus, Teppichthymian

Waldsteinia

Yucca

 

Von jeder Gattung gibt es eine Vielzahl von Arten und Sorten, die natürlich auch vor einer Heimsuchung gefeit sind. Wenn Sie den Gattungsnamen bei www.zauberstaude.de oben rechts in der Produktsuche eingeben, werden Ihnen jeweils alle Varietäten gezeigt.

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Polsterstauden im Frühjahr

Polsterblüher für das Frühjahr

(Blaukissen, Gänsekresse und Steinkraut)

Aubrieta 'Hamburger Stadtpark' 

Botanisch stammen Aubrieta, Arabis und Alyssum aus der gleichen Familie (Brassicaceae = Kreuzblütler), geographisch aus ähnlichen Regionen Europas und haben auch gleiche Standortansprüche. Sie blühen zur selben Zeit von März bis Mai je nach Witterung. In der Natur wachsen sie alle an sonnigen, trockenen Plätzen und bilden oft große, herabhängende Matten in Bergregionen. Als Polsterstauden sind sie seit Jahrzehnten in Balkonkästen, Kübeln, Steingärten, zur Schalenbepflanzung (Hanging Baskets) und in sonnigen Beeten an Terrassen und Mauern beliebt.Alyssum saxatila 'Compactum'

 

Blaukissen (Aubrieta) gibt es in vielen Sorten in Farben von weiß über rosa und rotviolett bis zu dunkelviolett. Als Sonderformen gibt es weiterhin gefüllte und panaschierte Sorten. Ein Unterschied besteht zwischen generativen, also ausgesäten, und vegetativ (durch Stecklinge) vermehrten Aubrieta. Sämlingssorten sind oft reichblühend und kurzlebig, bilden auch schnell lockere Matten, leiden dann aber unter der Winternässe und faulen regelrecht weg. Die vegetativen Sorten wie `Hamburger Stadtpark`, `Blaumeise` oder `Rubinfeuer` sind wesentlich winterhärter, aber auch kompakter und weniger schnellwüchsig. Sie können am richtigen Platz Jahrzehnte alt werden und jedes Jahr aufs neue blühen. Wichtig für ein langlebiges Blaukissen ist bereits eine ausreichende Abhärtung während der Anzucht, denn oft kommen die Pflanzen im Supermarkt und Gartencenter aus beheizten Gewächshäusern und sind schnell angetrieben und verkauft. Im nächsten Frühjahr ist dann die Staude spurlos verschwunden.

Gegen die Gewächshausware kommen unsere Freilandstauden oft optisch nicht an, allerdings zeigt sich da die Qualität später.

 

Arabis caucasica 'Compinkie'Gänsekresse (Arabis caucasica) blüht weiß (`Schneehaube`), weiß gefüllt (`Plena`) und rosa (`Compinkie`). Auch hier gibt es generative und vegetative Sorten. Allerdings sind überwiegend ausgesäte kaukasische Gänsekresse im Handel. Auch hier gilt: Vorsicht vor angetriebener Gewächshausware! Arabis gehört in Steingärten, Trockenmauern, Schalen, Kästen und Sonnenbeete.  Ein gelegentlicher Rückschnitt der ausufernden Polster ist möglich, die Pflanze treibt meist von unten neu aus. Geben Sie nach dem Schnitt eine leichte Düngung, z.B. mit Oscorna Animalin.

 

Steinkraut (Alyssum montanum `Berggold`, Alyssum saxatile = Aurinia saxatilis) bildet ausladende gelbe Polster über Mauerkronen, Schalenränder, Balkonkästen etc. und möchte ebenfalls warm und trocken stehen. Es gibt die etwas zierlichere Form mit kleinen Blättern aus den europäischen Gebirgen, Alyssum montanum `Berggold`. Sie blüht hellgelb. Aurinia saxatilis `Compactum Goldkugel` blüht goldgelb und hat größere graugrüne Blätter, `Sulphureum` blüht schwefelgelb. In der Natur kommt Alyssum zwischen größeren Steinen, auf Geröllfeldern und in Felsspalten vor.

Iberis - Schleifenblume

Alle drei Staudenarten können beliebig miteinander kombiniert werden, Polsterphlox (Phlox subulata) und Schleifenblume (Iberis sempervirens) runden die Pflanzung der Frühjahrs-stauden und Polsterblüher ab. Verwenden Sie zur Pflanzung an sonnigen Plätzen durchlässige, nährstoffarme Erde (magern Sie z.B. Pflanzerde mit Sand und Kies ab Mischung 1:1), düngen Sie wenig oder besser gar nicht und gießen Sie nach dem Einwachsen der Pflanzen nur in Notfällen. So bekommen Sie schöne, blühende Polsterstauden in allen Farben des Frühlings.

 

Übrigens: Da Aubrieta, Arabis und Alyssum wintergrün sind, können sie ohne Schneedecke bei Kahlfrösten leiden und bei Wintersonne und gefrorenem Boden an Frosttrocknis eingehen. Decken Sie deshalb ungeschützte Gefäße und Beete leicht mit Tannenzweigen ab.

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Hepatica, Leberblümchen

Hepatica (Leberblümchen)

Hepatica transsylvanica 'Blue Eyes' 

Unter Artenschutz stehende, einheimische Staude für Gehölzränder, die wild vor allem in bergigen Regionen noch manchmal zu finden ist. Sie kommt von Europa über Skandinavien bis nach Ostasien vor. Ihren Namen verdankt sie der mittelalterlichen Verwendung als Heilpflanze, als man an eine Wirkung des in Wein gesottenen Krauts gegen verstopfte Leber und zur Nieren- und Blasenreinigung glaubte. Bereits Hieronymus Bock verwendete Hepatica ca. 1530 zur Munddesinfektion. Vom Volksmund wurde Hepatica nobilis, früher Anemone hepatica, auch Gulden Leberkraut, Leberwindblume, Blaublume, Katzenaug`n, Blaue Merzblümlein, Fastenblume, Hasselblaume oder Grabrösli genannt.

 

Botanisch werden 7 Arten und 10 Varietäten beschrieben, allein wegen der großen geographischen Verbreitung der Gattung in den nördlichen gemäßigten Zonen gibt es unzählige Standortvarietäten und Subspecies. Hinzu kommen Kreuzungen und Auslese-Sorten. Ganz grundsätzlich lässt sich der Komplex Hepatica in zwei grobe Richtungen unterteilen: es gibt europäische und asiatische Arten und Sorten, und es gibt die Unterteilung in oft verwendete Gartenpflanzen wie Hepatica nobilis oder Hepatica transsilvanica und das Sammler- und Liebhabersortiment, welches Hunderte von Einzelstücken parat hält, allerdings können dann einzelne, bizarr gefüllt und gefärbt blühende Pflänzchen bis zu 5stellige Summen kosten! Bei speziellen Leberblümchen-Shows werden sie versteigert und getauscht.

 

Die „gewöhnlichen“ Leberblümchen, die schon lange ihren festen Platz im Frühlingsgarten der Gartenkultur vor allem in Skandinavien und Osteuropa haben, wachsen gut in nicht zu heißen, eher etwas kühleren und feuchteren Schattensäumen im Halbschatten bis Schatten. Bei Leberblümchen erscheinen erst die Blüten, später die Blätter. Diese können unterschiedlich stark gelappt und auch silbern gefleckt sein. Das hell- bis dunkle Violett der Blüten leuchtet durch den ganzen, um diese Jahreszeit noch recht kahlen Garten. Selten treten auch rote und weiße Hepatica auf. Geben sie den Leberblümchen guten, humosen Boden, mulchen Sie 3-4cm dick gegen Unkraut, und hacken Sie nicht zwischen den Pflanzen, denn das mögen sie nicht. Lässt man sie in Ruhe, können sie sich sogar selbst versamen und vermehren.

 

Geeignete Partner für Hepatica nobilis sind Duftveilchen (Viola odorata), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Lerchensporn (Corydalis), Nies- und Lenzwurz (Helleborus) und etliche weiter Schattenstauden. Auch Farne wie Adiantum oder Polystichum passen gut zu Leberblümchen.

 

Hepatica nobilis wird seit dem Mittelalter als Antibiotikum, zur Heilungsbeschleunigung, zur Kräftigung und Reinigung, heute allerdings eher selten in der Heilkunde eingesetzt. Das Leberblümchen ist ein Hahnenfussgewächs (Ranunculaceae) und damit giftig. Alle Pflanzenteile enthalten Protoanemonin, jedoch weniger als die verwandten Buschwindröschen (Anemone nemorosa).

In jedem Fall sind Naturentnahmen strengstens verboten, da Hepatica unter Artenschutz steht!

 

Leberblümchen fügen sich zwischen Narzissen, Tulpen, Scharbockskraut, Lenzrosen und Buschwindröschen ein und sind mit ihren leuchtenden offenen Blüten ein absoluter Hingucker. Ich warte jedes Jahr schon darauf, wann wohl das erste anfängt zu blühen. Dieses Jahr war es ein Pflänzchen im Topf, die im Folientunnel überwintert hat, das schon seit Ende Februar und bis jetzt blüht. Wenn sie schattige Ecken haben, bringen Sie sie zum Leuchten!

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Pulsatilla, Küchenschelle

Pulsatilla (Küchenschelle)

 

Diese weit verbreitete Frühlingsblume ist mindestens seit dem Mittelalter, erstmals aber belegt durch Brunfels 1532 als „Kuchenschell“, seit vielen Jahrhunderten in der Gartenkultur etabliert. Ihren Namen hat sie von der Form der Blüten, die Zimbeln oder Schellen gleichen. Vom Volksmund wird die echte Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris (früher Anemone Pulsatilla) auch Küchenkraut, Kuhschelle, Glockenschelle, Nudeleier, Schlotterhose, Schlafblume, Hasenblume, Kuckucksblume, Mutterblume und Giftblume genannt.

 

Heute sind sowohl in Gärtnereien kultivierte Wildformen der ca. 30 Arten als auch Kulturformen mit großen oder besonders farbintensiven Blüten im Handel. Von den Wildarten sind etliche von den Standortansprüchen derart anspruchsvoll und unterschiedlich von kalkfliehend bis kalkliebend, oft an spezielle alpine oder subalpine Nischen und Kleinklimate angepasst, dass eine Verwendung im Garten eher Spezialisten und botanischen Gärten obliegt. Für den Steingarten sind Pulsatilla grandis, Pulsatilla halleri und Pulsatilla montana geeignet, Pulsatilla vulgaris kann problemlos in jedem etwas kalkhaltigen normalen Gartenboden wachsen.

 

Von der „Gewöhnlichen Küchenschelle“, Pulsatilla vulgaris, gibt es neben der reinen Art, die dunkel- bis hellviolett blüht, unter anderem die Sorten „Alba“ und „Weißer Schwan“, die reinweiß sowie „Rubra“ und „Röde Klokke“ , die weinrot blühen. „Papageno“ ist eine bunte Farbmischung von weiß über orange bis violett. Es sind auch stark gefranste Blütentypen dabei.Pulsatilla 'Papageno'

 

Neben der auffälligen Blüte, die einige Wochen im März und April erscheint, bieten die federigen Samenstände anschließend einen weiteren Blickfang im Garten. Küchenschellen können sich übrigens im Garten kreuzen, wenn  Sie verschiedene Sorten oder Arten haben. So entstehen manchmal andere Blütenfarben, denn keimende Samen sind oft vitaler als umgepflanzte Kulturstauden und wachsen am selben Platz. Dies kann auch bei Flammenblumen (Phlox paniculata), Schafgarbe (Achillea)  und Steppensalbei (Salvia nemorosa )passieren, falls Sie sich schon einmal über einen „Farbwechsel“ bei diesen Stauden gewundert haben.

 

Die Küchenschelle hat neben der gestalterischen auch eine medizinale Verwendung. Bereits Leonhart Fuchs beschreibt in seinem „New Kreüterbuch“ von 1543 die Pflanze und ihre Verwendung äußerlich, aber auch innerlich zur Reinigung, Entwässerung und Desinfektion. Heute wird Pulsatilla bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Husten zur Krampflösung, Schmerzstillung und Blutreinigung verwendet.

 

Da die Küchenschelle ein Hahnenfussgewächs (Ranunculaceae) ist, enthält sie Ranunculin und ist damit wie viele Vertreter dieser Familie giftig. Da sie aber keine einladenden Beeren oder Früchte hat und auch keinem Küchenkraut ähnelt, ist sie auch für Kinder und Haustiere völlig ungefährlich, die essen schließlich auch keine Krokusse!

Pulsatilla 'White Swan'

 

 

Küchenschellen mögen vollsonnige, trockene und nährstoffarme Plätze wie im Steingarten, Trog, etwas mit Kies abgemagerter Erde in Pflanzschalen- und Kästen sowie in vollsonnigen Beeten und Rabatten. Sie sind völlig winterhart, können aber manchmal nach warmen Tagen im Frühjahr unter den Spätfrösten leiden. Wenn der Garten bis auf die Zwiebelpflanzen noch recht kahl und winterlich aussieht, stecken die Küchenschellen schon ihre Köpfe aus der Erde, notfalls auch durch den Schnee. Damit sind sie im Staudengarten unverzichtbar.

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Cichorium intybus, Wegwarte

Die Wegwarte

 

Cichorium intybus

 

 

Sie war Blume des Jahres 2009, die wunderschöne blaue Wegwarte.

Wie ihr Name schon sagt, findet man sie (allerdings in letzter Zeit immer weniger) am Wegesrand. Dort leuchtet uns ihr betörendes Blau schon von weitem entgegen.

Am frühen Morgen öffnen sich ihre Blüten und schließen sich bereits am Nachmittag wieder.

 

Im Mittelalter wurde die Wurzel dieser Pflanze auch als Heilpflanze  unter anderem gegen Hautirritationen und Ekzeme  verwendet.  Mittlerweile findet man sie noch in der Bachblütentherapie.

 

Im 18. Jahrhundert wurde eine Unterart, Cichorium intybus yar. sativus, als Kaffeeersatz angebaut.

Die geröstete Rübe hat beim Aufbrühen einen kaffeeähnlichen Geschmack.

Muckefuck =  mocca faux (falscher Kaffee)

Es gibt noch mehrere Varianten, die in unserer Gemüseabteilung Einzug gefunden haben:

Radicchio, Endiviensalat, Chicorée und Zuckerhut. Ihnen allen ist eine mehr oder weniger starke Bitternote zu eigen.

Cichorium intybus

Die Wegwarte soll übrigens die blaue Blume der Romantik sein.

In Novalis Dichtung ‘Heinrich von Ofterdingen’ soll es sich um die Wegwarte gehandelt haben in deren Blüte sich das Gesicht eines jungen Mädchen gezeigt hatte und den Protagonisten mit einer unstillbaren Sehnsucht erfüllte.

[…] Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die […] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte. Sein süßes Staunen wuchs mit der sonderbaren Verwandlung, als ihn plötzlich die Stimme seiner Mutter weckte […]

 

Aber auch noch viele andere Mythen und Sagen ranken sich um diese Pflanze.Hier ist eine der bekanntesten:

 

 

Die Geliebte eines jungen Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, wartete am Wegrand vor dem Stadttor mit ihren Hofdamen auf seine Rückkehr. Doch der untreue Ritter kam nicht mehr zurück. Auch als sie schon nicht mehr an eine Rückkehr des Ritters glaubten, weigerte sich das Burgfräulein, die Hoffnung aufzugeben. Und so konnte man diese kleine Gruppe noch lange Tag für Tag vor dem Stadttor warten sehen. Schließlich hatte der Himmel ein Einsehen. Das Burgfräulein wurde mit seinen Hofdamen in Blumen – Wegwarten – verwandelt, wobei die Hofdamen in blaue und die unglückliche Geliebte in eine weiße Wegwarte verwandelt wurden.

So erklärte man sich die Entstehung der Wegwarte und die Tatsache, dass man neben den üblichen blauen auch gelegentlich mal eine weiße antreffen kann.

Die Wegwarte steht heutzutage in manchen Bundesländern auf der roten Liste der bedrohten Arten.

Wenn sie einen Naturgarten haben, geben Sie ihr doch mal die Chance, bei Ihnen einzuziehen.

Sie blüht von Juli – September, ist eine zweijährige Pflanze, versamt sich aber an ihr zusagenden Plätzen, sonnig, schotterig, warmer Boden.

Im ersten Jahr bildet sich die Blattrosette, im 2. Standjahr ein bis zu 120 cm hohe Blütentrieb mit den himmelblauen Blüten.

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